PRESSEMITTEILUNG
Gewaltprävention durch aktive Nachbarschaften
„StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ eröffnet feierlich neue Bundesfachstelle in Berlin
Kick-Off-Veranstaltung bringt Wissenschaft, Politik und Praxis zusammen: Über 130 Teilnehmer*innen diskutierten die Bedeutung und Wirkung sozialraumbezogener Prävention im Bereich häuslicher Gewalt.
Berlin, 23. Oktober 2026. Unter dem Motto „Communities Matter!“ wurde gestern im Publix in Berlin die neue Bundesfachstelle „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ mit einer Fachtagung eröffnet. Nach einem Grußwort von Justizministerin Dr. Stefanie Hubig (SPD) stellten Expert*innen, Praktiker*innen und Aktive dar, wie engagierte Nachbarschaften in mittlerweile rund 70 StoP-Projekten europaweit Partnergewalt vorbeugen und Betroffene unterstützen. Diskutiert wurde auch die Frage, wie StoP als Bestandteil einer nationalen Präventionsstrategie in Deutschland weiter ausgebaut werden könnte.
Zum Tagungsprogramm.
Partnergewalt ist keine Privatsache
Gewalt gegen Frauen nimmt trotz wichtiger Hilfemaßnahmen und neuer Gesetze nicht ab. Viele Betroffene sprechen weder über ihre Erfahrungen noch wenden sie sich an das Hilfesystem oder die Polizei. Oft weiß das soziale Umfeld von der Gewalt: Freund*innen, Nachbar*innen und Arbeitskolleg*innen ahnen, hören oder sehen etwas, sind aber unsicher, was sie tun können. Hier setzt StoP an: StoP bezieht das sozialräumliche Umfeld von Gewaltbetroffenen und Gewaltausübenden systematisch in die Präventionsarbeit ein und schließt damit eine zentrale Lücke im Gewaltschutzsystem. Denn Studien und praktische Erfahrungen zeigen, dass eine aktive Nachbarschaft Femizide und die Ausübung schwerer Körperverletzung reduzieren kann.
Was ist StoP©?
StoP ist ein wissenschaftlich fundiertes und praktisch erprobtes Handlungsmodell zur Prävention und Intervention bei häuslicher Gewalt, mit dem Schwerpunkt Gewalt gegen Frauen. Es wurde an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) von Prof. Dr. Sabine Stövesand entwickelt. Niedrigschwellig und zivilgesellschaftlich ausgerichtet greift die StoP-Präventionsarbeit zentrale Forderungen der EU-Gewaltschutzrichtlinie und der Istanbul-Konvention auf.
StoP ist Gemeinwesenarbeit und lokale Demokratiearbeit
Bezugspunkt ist die lokale Ebene, sind die Menschen vor Ort in den Nachbarschaften und ihr Potenzial, Hilfe zu geben und für nachhaltige Veränderung zu sorgen. Aktuell arbeiten 26 Stadtteile/Städte/ Gemeinden in Deutschland, 46 in Österreich und 4 in Moldau nach dem StoP-8-Schritte Konzept. Dieses Handlungsmodell zeigt Wege auf zur lokalen Öffentlichkeitsarbeit, zur nachhaltigen Bewusstseins- und Verhaltensveränderung, der Aktivierung zivilgesellschaftlichen Engagements, Gewinnung von Multiplikator*innen vor Ort und zum Aufbau unterstützender sozialer Netzwerke in Nachbarschaften.
Bundesfachstelle stärkt StoP bundesweit
Die neue Bundesfachstelle StoP, gefördert durch das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV), soll die Erfahrungen und Bedarfe der bestehenden StoP-Projekte erheben, die Arbeit übergreifend koordinieren und weiterentwickeln. Dazu gehören gemeinsame Leitlinien, Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildungen, Vernetzung und Dokumentation. Darüber hinaus soll sie die nachhaltige StoP-Präventionsarbeit überregional verankern, interessierte Städte und Gemeinden informieren und beraten sowie den internationalen Austausch und Wissenstransfer fördern.
Pressekontakt:
Hannah Wachter
Fachreferentin der Bundesfachstelle StoP
hannah.wachter@stop-partnergewalt.org
Bildmaterial / alle Fotos: ©Kerstin Zillmer / StoP
Weitere Informationen: www.stop-toolbox.eu www.stop-partnergewalt.org








