Wechsel in der Koordination
Ende Dezember 2024 hat uns unsere bisherige Koordinatorin Oxana Murylyova verlassen. Wir bedanken uns herzlich für ihr Engagement und ihre wertvolle Arbeit im Projekt.

Seit Januar 2025 führt Sitora Ibragimova als neue Koordinatorin das Projekt mit großem Engagement weiter und setzt die wichtige Aufklärungs- und Vernetzungsarbeit im Stadtteil fort. Sie hat ihre Arbeit direkt aufgenommen und führt unter anderem die Informationsarbeit in der Bücherhalle engagiert weiter.
📍 Infostand in der Bücherhalle Neugraben
📅 Jeden ersten Dienstag im Monat
🕚 11:00 – 13:00 Uhr
Sitora Ibragimova ist weiterhin für Sie dafür Aufklärung rund um das Thema Partnergewalt, für persönliche Gespräche, für Weitervermittlungen anpassende Beratungs- und Unterstützungsstellen sowie um unterschiedliche Wege aus Gewalt aufzuzeigen.
Unser Ziel bleibt es, Betroffene zu stärken, zu informieren und gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen Partnergewalt im Stadtteil zu setzen. Kommen Sie gerne vorbei – wir freuen uns auf Sie.
Gemeinsam für einen Stadtteil ohne Partnergewalt.

Das Frauencafé im Rehrstieg Gallerie Neuwiedenthal wurde auch 2025 in den Räumlichkeiten des DRK in bewährter Kooperation weitergeführt. Aufgrund der hohen Nachfrage erfolgte die Teilnahme nach Anmeldung. Das Angebot gliederte sich in eine Stunde gemeinsames Frühstück und eine anschließende Themenrunde. Neben dem Schwerpunkt Partnergewalt wurden regelmäßig Einrichtungen aus dem Stadtteil eingeladen, um Frauen niedrigschwellig über Hilfsangebote zu informieren und die Vernetzung im Quartier zu stärken. Je nach aktueller Lage im Stadtteil wurden weitere relevante Themen aufgegriffen und gemeinsam besprochen.

Das im Vorjahr als Frauenfrühstück durchgeführte Angebot im EKIZ wurde 2025 nicht mehr als Frühstück durchgeführt, sondern als regelmäßiges Treffen bei Kaffee und Kuchen mit Vorstellung des StoP-Projektes und Information Weitergabe weitergeführt. Das Format wurde flexibel gestaltet und je nach aktueller Aktion im Stadtteil durch unterschiedliche Inhalte und gelegentlicher kreativer Angebote ergänzt. Dadurch könnte ein niederschwelliger, vertrauensvoller Rahmen geschaffen werden, der den Austausch fordert und Frauen zu dem Zugang zu Informationen und Unterstützungsangeboten erleichtert.

Ab Juni 2025 startete im Stadtteil Neuwiedenthal das neue Angebot „Neuwiedenthal gemeinsam entdecken“. Ziel des Angebots war es, den Stadtteil gemeinsam kennenzulernen, Begegnungen zwischen Frauen zu ermöglichen und die Nachbarschaft zu stärken. Bei gemeinsamen Spaziergängen entstanden viele offene Gespräche, neue Kontakte und ein lebendiger Austausch. Frauen, die schon lange im Stadtteil leben, stellten dabei auch neue oder wenig bekannte Orte vor. Der zweistündige Spaziergang wurde jeweils durch ein gemeinsames Beisammensein in einem Café ergänzt. Das Angebot wurde sehr gut angenommen und entwickelte sich zu einem wertvollen, verbindenden Format im Stadtteil.

Am Seniorenaktivtag waren wir mit einem Infostand und verschieden niederschwelligen Angeboten vertreten. Besonders gut angenommen wurden die Fuß Massagen mit Tennisbällen sowie Drehrad mit Quizfragen zu Partnergewalt, allgemeiner Gewalt und unterschiedlichen Gewaltformen. In den Gesprächen zeigte sich, dass vielen Teilnehmenden Begriffe wie der Gewaltschutz zunächst nicht bekannt waren, was zu aufklärenden und wertwollen Austauschmomenten führte. Durch die Aktion konnten neue Kontakte geknüpft, Teilnehmende für das Frauencafé und weitere Angebote gewonnen sowie Betroffene erreicht werden, die im Anschluss den Kontakt zu uns suchten. Die Teilnahme am Seniorenaktivtag erwies sich als eine sehr erfolgreiche und wirksame Aktion.

Auch in Neuwiedenthal/Hausbruch entwickelte sich das StoP-Projekt 2025 dynamisch weiter. Ein besonderes Ereignis war der Start eines neuen Küchentisches im Juni 2025, der von Beginn an gut besucht war und stabil mit zehn bis zwölf Frauen arbeitete. Die Küchentische fanden zweimal im Monat statt. Der Start verlief so erfolgreich, weil bereits bestehende Netzwerke die Frauen gezielt ansprachen und einluden. Durch kontinuierliche Stadtteilarbeit, die Vorstellung des StoP-Projekt im Stadtteil sowie eine aktive Netzwerkarbeit konnte sich der Küchentisch gut etablieren und nachhaltig weiterentwickeln.


Neben den laufenden Frauencafe-Angeboten und regelmäßigen StoP-Vorstellungen fanden 2025 weitere StoP-Vorstellungen im Stadtteil statt, unter anderem in Straßensozialarbeit-Neuwiedenthal, im Stadtteilbeirat-Neuwiedenthal sowie in weiteren Einrichtungen wie Elternschulen. Dadurch konnte das Projekt weiter bekannt gemacht, neue Kontakte geknüpft und die Vernetzung im Quartier gestärkt werden.


Auch der Öffentlichkeitsarbeitsworkshop war ein wichtiger Baustein und wurde gemeinsam vom StoP-Neuwiedenthal/Hausbruch und mit dem StoP- Phoenixviertel/Wilsdorf in Kooperation mit dem DRK Hohe Straße umgesetzt. Die Idee entstand, weil wir immer wieder beobachten, dass viele Frauen bereit wären, sich im Sinne einer mitverantwortlichen Nachbarschaft zu engagieren, ihnen jedoch konkrete Werkzeuge fehlen, um im Alltag über das Projekt zu sprechen oder anderen Frauen Unterstützung anzubieten. Durch diesen Workshop konnten wir Frauen befähigen, sicherer über Partnergewalt zu sprechen und StoP als Haltung in der Nachbarschaft sichtbar zu vertreten. Aus fachlicher Sicht stärkt diese Art von Empowerment nicht nur die Betroffenen selbst, sondern baut langfristig ein soziales Klima auf, in dem Gewalt weniger toleriert und häufiger unterbrochen wird. Dieser Workshop wurde durch das freiwillige Netzwerk übernommen.

Über das Freiwilligennetzwerk Harburg konnten wir zudem fünf neue Aktivistinnen gewinnen. Die Integration neuer Frauen ist ein wichtiger Bestandteil der StoP-Methodik, denn StoP lebt von der Arbeit der Aktivistinnen. Mit jeder neuen Aktivistin wächst die Reichweite von StoP, da sie das Gelernte in ihre eigenen sozialen Kontexte hineinträgt.

Neben diesen Höhepunkten führten wir 2025 erneut mehrere Workshops durch, unter anderem zu mentaler Gesundheit, Selbstfürsorge, Stressbewältigung und „Ayurveda stärkt – Gewalt schwächt“. Die Inhalte dieser Workshops sind fachlich wichtig, weil freiwilliges Engagement in einem so belastenden Themenfeld nur nachhaltig funktionieren kann, wenn die Aktivistinnen selbst geschützt und gestärkt werden.

Der 8. März – der feministische Kampftag – war erneut ein wichtiger Schwerpunkt unserer Öffentlichkeitsarbeit. Gemeinsam mit den Aktivistinnen bereiteten wir Blumensamen mit StoP-Flyern vor, die im Stadtteil verteilt wurden, und unterstützten die BIFF-Demonstration in Harburg mit selbst gestalteten Schildern. Die kreativen Schilder dienten nicht nur der Sichtbarkeit, sondern wirkten auch identitätsstiftend für die Frauen, die sich offen zu StoP bekannten.

Zu den großen Ereignissen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit gehörte die Berichterstattung am 8. März des NDR über unsere StoP-Aktivistinnen aus Phoenixviertel/Wilstorf und Neuwiedenthal/Hausbruch, die mit ihren blauen StoP-Schals im Stadtteil unterwegs waren. Für viele Frauen war es ein starkes Zeichen, sich selbst im Fernsehen wiederzufinden und zu erleben, dass ihr Engagement gesellschaftlich anerkannt wird. Die mediale Aufmerksamkeit stärkte die Legitimation des Projekts im Stadtteil.

Auch die Teilnahme am Harburg feiert Vielfalt Fest am 6. Juli zusammen mit StoP-Neuwiedenthal/Hausbruch war ein wichtiger Bestandteil unserer Präsenz im Stadtteil. Dort konnten wir mit vielen Familien und Nachbarinnen ins Gespräch kommen, StoP bekannter machen und neue Zugänge zur Nachbarschaft eröffnen.

Der Vortrag von PATCHWORK zum Thema Cybergewalt war ein weiterer bedeutender Baustein. Digitale Gewalt nimmt in der Praxis kontinuierlich zu, und viele Frauen erkennen sie erst spät als Form von Partnergewalt. Der Vortrag wurde gemeinsam mit dem StoP-Neuwiedenthal/Hausbruch durchgeführt. Er sensibilisierte sowohl Aktivistinnen als auch Besucherinnen für diese Form der Gewalt und stärkte ihre Handlungssicherheit im Umgang mit Betroffenen. Durch den Vortrag konnten wir zudem direkt vor Ort eine Teilnehmerin über bestehende Netzwerke weiterverwiesen und sie gezielt bei der Bewältigung und dem Schutz vor Partnergewalt unterstützen.

Ein Höhepunkt war die Teilnahme am bundesweiten Netzwerktreffen aller StoP-Projekte von Deutschland und Österreich in Berlin. Dort ging es um Weiterentwicklung, Erfahrungen aus verschiedenen Stadtteilen und die Weitergabe von Praxiswissen. Der Austausch mit anderen StoP-Standorten stellt sicher, dass wir unsere Arbeit kontinuierlich weiterentwickeln und an neue Herausforderungen anpassen.


Zudem stellten wir StoP beim Sozialkontor, WANITA, Stadtteileltern sowie beim Paula-Projekt vor. Diese Einrichtungen haben einen starken Zugang zu Frauen, die sich in beruflicher Neuorientierung befinden oder soziale Unterstützung benötigen. Die Kooperation bereichert beide Seiten und wird im kommenden Jahr weiter ausgebaut.

Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen (Orange Day), fand in den Räumlichkeiten Quellmoor eine gemeinsame Aktion mit Küchentischaktivistinnen aus beiden Stadtteilen statt. In Kooperation mit dem Mimi-Projekt wurde ein Frühstück mit Bewegungs- und Atemübungen angeboten, bei dem Raum für Austausch, persönliche Gespräche und empowernde Impulse geschaffen wurde. Die Übungen vermittelten Strategien zur Selbststärkung und zum besseren Umgang mit psychischer Belastung nach Gewalterfahrungen. Im Anschluss nahmen wir gemeinsam mit den Hamburger StoP-Projekten an der Flaggenhissung gegen Partnergewalt im Hamburger Rathaus teil. Jeweils eine Koordinatorin war vertreten. Beim anschließenden Senatsempfang fand ein intensiver Austausch mit Frauenberatungsstellen, Frauenhäusern, weiteren Netzwerken und politischen Vertreterinnen statt und bildete einen würdigen Abschluss dieses wichtigen Tages.


Unser Jahresabschluss 2025 fand im Rahmen einer gemeinsamen Weihnachtsfeier statt und war ein voller Erfolg. In einer warmen und wertschätzenden Atmosphäre kamen wir zusammen, um das Jahr gemeinsam ausklingen zu lassen. Der Abend bot Raum für Rückblick, Dankbarkeit und Austausch und bildete einen emotionalen Abschluss eines engagierten und intensiven Jahres.Gemeinsam mit StoP Neuwiedenthal und dem Phönixviertel wurde die Feier zu einem sichtbaren Zeichen gelebter Nachbarschaft im Stadtteil. Aktivistinnen aus beiden Stadtteilen kamen zusammen und machten deutlich, wie wichtig kontinuierliche Aktionen, Präsenz und Vernetzung in der Stadtteilarbeit sind. Die Weihnachtsfeier spiegelte den Zusammenhalt und die gemeinsame Verantwortung wider, die unsere Arbeit im Jahr 2025 geprägt haben. Der Abend selbst war geprägt von Freude, Nähe und vielen bewegenden Momenten. Es wurde gelacht, getanzt, gemeinsam gegessen und gefeiert. Mit einer Sofortkamera hielten wir besondere Augenblicke fest und gestalteten einen kreativen Jahresrückblick. Zusätzlich schauten wir gemeinsam Videos aus dem vergangenen Jahr, die die vielfältigen Aktionen und das Engagement im Stadtteil sichtbar machten. Das Essen wurde von Köz-Patara Phoenixviertel/Harburg geliefert; Suppe, Salate und Baklava wurden großzügig gesponsert. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken. Der Abend war emotional, stärkend und bestätigte erneut die Bedeutung von gemeinschaftlicher und sichtbarer Stadtteilarbeit.


Wir Bedanken uns herzlich bei allen Akteurinnen und Akteuren sowie Engagierten im Stadtteil, und die uns unterstützen und sich gemeinsam mit uns für den Schutz von Frauen vor Partnergewalt einsetzen.
StoP-Stadtteile ohne Partnergewalt Neuwiedenthal/Hausbruch
was sagen was tun!



